Japanische Messer

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Japanische Messer für präzise Schneidearbeiten

Japanische Messer nur zum Durchschneiden von gerolltem Sushi oder zur Fleisch-Vorbereitung für den Teppanyaki-Grill? Von wegen! Rasiermesserscharfe Klingen, ausgesprochen hochwertige Materialien und eine perfekte Balance machen sie zu einem Must-have in der modernen Küche. In diesem Ratgeber erfährst du mehr über die Besonderheiten der japanischen Messer und worauf du beim Kauf achten solltest.

Inhalt

Was zeichnet japanische Messer aus?

Welche verschiedenen japanischen Messer gibt es?

Aus welchem Material bestehen japanische Messer?

Was ist die Rockwell-Skala?

Was muss ich beim Kauf noch beachten?

FAQ – häufige Fragen zu japanischen Messern

Was zeichnet japanische Messer aus?

In den letzten Jahren hat die japanische Kultur immer mehr Anhänger in Europa gefunden. Eine wichtige Funktion als kulturelle Botschafterin hat dabei die japanische Küche mit ihren für europäische Gaumen oft ungewohnten Lebensmitteln. Mit Speisen wie Sushi und Sashimi kamen auch japanische Messer nach Europa, die sich in einigen Aspekten erheblich von unseren klassischen Messern unterscheiden. Die wichtigsten Punkte:

  • Japanische Messer sind härter als unsere Messer.
  • Die Klingen sind ganz besonders scharf.
  • Traditionelle Wabocho-Klingen sind einseitig geschliffen.
  • Damaszenerklingen begeistern durch das bezaubernde Muster in der Klinge.

Dazu kommt für viele Menschen der Umgang mit ungewöhnlich geformten Messern wie dem eckigen Nakiri, das in Japan als Gemüsemesser eingesetzt wird. Japanische Messer sind für alle Menschen geeignet, die gerne selbst kochen und hohe Qualität zu schätzen wissen. Du kannst mit ihnen schließlich auch sämtliche europäische Speisen zubereiten.

Welche verschiedenen japanischen Messer gibt es?

Bei japanischen Messern werden grob zwei Formen unterschieden:

  • Wabocho ist die klassische Form, die bis zu den mittelalterlichen Schwertern der Samurai zurückzuverfolgen ist. Sie zeichnet sich durch den einseitigen Schliff aus (Kataba), mit dem sich Fleisch, Fisch und Gemüse ganz besonders präzise schneiden lassen.
  • Das moderne Gegenstück nennt sich Yobocho. Bei diesen Messern ist die Klinge – wie in Europa – beidseitig geschliffen.

Weiterhin wird zwischen verschiedenen Messertypen unterschieden. Die wichtigsten im Überblick:

Santoku

Das Santoku wird in seiner Heimat als Messer der drei Tugenden bezeichnet. Gemeint sind damit Fisch, Fleisch und Gemüse. Es ist somit ein Allzweckmesser und die ideale Wahl für Einsteiger. Da es beidseitig geschliffen ist, fällt dir der Umstieg nicht so schwer. Eng mit ihm verwandt ist das dünnere Gyuto.

Deba

Deba nennt sich ein besonders kräftiges Messer mit einseitig geschliffener, breiter Klinge und sehr scharfer Spitze. Mit ihm werden ganze Fische und große Fleischstücke bearbeitet. Ein wuchtiger Schlag zertrümmert sogar Knochen.

Usuba/Nakiri

Das Usuba fällt mit seiner kantigen Form auf. Mit ihm schälst und schneidest du Gemüse, Salat und Rohkost. Es handelt sich dabei um eines der klassischen, einseitig geschliffenen Messer. Die Alternative mit beidseitig geschliffener Klinge nennt sich Nakiri.

Yanagiba/Kenyo

Das schlanke Yanagiba ist ein hochwertiges Filetiermesser und kann bis zu 30 Zentimeter lang sein. Es wird in Europa manchmal auch Sushi- oder Sashimi-Messer genannt, weil du damit kleine Fischstücke zuschneidest. Der Name leitet sich vom japanischen Wort Yanagi für die dünnen langen Blätter des Weidenbaumes ab. Das Yanagiba ist die einseitig geschliffene Wabocho-Version. Die modernere, beidseitig geschliffene Version nennt sich Kenyo.

Neben diesen weitverbreiteten Modellen gibt es noch einige spezielle japanische Messer für Fortgeschrittene wie das Takohiki, mit dem du Tintenfische zerteilst, und das handliche Petty. Sein Name leitet sich vom französischen Wort „petit“ ab und zeigt damit, dass es sich um eine noch junge Form handelt. Meist wird es als Schälmesser verwendet.

Aus welchem Material bestehen japanische Messer?

Japanische Messer werden bis heute von erfahrenen Messerschmieden von Hand geschmiedet. Dabei können verschiedene Stahlsorten zum Einsatz kommen. Diese sind übrigens in der Regel nicht rostfrei und benötigen eine entsprechend sorgfältige Behandlung.

Besonders gefragt ist der Yasugi-Stahl des Unternehmens Hitachi, der in vier Sorten unterteilt wird. Die Namen leiten sich vom Verpackungspapier ab.

  • Shirogami (Weißpapierstahl): unlegierter Kohlenstoffstahl mit sehr hoher Schärfe und Schnitthaltigkeit
  • Kigami (Gelbpapierstahl): eine günstigere Alternative zu Shirogami
  • Aogami (Blaupapierstahl): zusätzlich mit Chrom und Wolfram legiert und außerordentlich hart; sehr teuer
  • Gingami (Silberpapierstahl): rostfreier Klingenstahl

Daneben ist der legendäre Damaszenerstahl bei japanischen Messern weit verbreitet. Bei diesem wird Kohlenstoffstahl mit VG-10-Edelstahl gemischt. Aus der Kombination verschiedener Stahlsorten ergeben sich bezaubernde Muster auf der Klinge.

Günstige und industriell gefertigte Japan-Messer werden heute auch gerne aus schlichtem rostfreiem Edelstahl hergestellt.

Was ist die Rockwell-Skala?

Der Härtegrad von Messerklingen wird in der Maßeinheit Rockwell angegeben, kurz HRC.

  • Günstige Küchenmesser haben eine Härte von etwa 52 bis 53 HRC. Sie stumpfen schnell ab und müssen häufig geschliffen werden.
  • Hochwertige deutsche Küchenmesser weisen 55 bis 57 HRC auf.
  • Japanische Messer dagegen bringen es auf über 60 HRC, Aogami-Messer sogar auf 66 HRC.

Was muss ich beim Kauf noch beachten?

Achte auf einen gut geformten Griff aus Edelholz, damit das Messer stets optimal in der Hand liegt. Dies ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil japanische Messer einen anderen Schwerpunkt haben als europäische Varianten. Du wirst dich erst daran gewöhnen müssen. Daneben spielen Gewicht und Größe für die einfache Handhabung eine Rolle.

FAQ – häufige Fragen zu japanischen Messern

Wie pflege ich japanische Messer richtig?

Moderne und industriell gefertigte Messer kannst du in der Spülmaschine reinigen. Ein klassisches handgearbeitetes Stahlmesser muss sorgfältig von Hand gereinigt werden. Dazu verwendest du etwas Spülmittel und ein Spültuch. Ist der Stahl nicht rostfrei, musst du es anschließend gewissenhaft abtrocknen. Wenn du das Messer nicht häufig benutzt, wickelst du es zwischen den Einsätzen in Zeitungspapier. Dieses nimmt die Luftfeuchtigkeit auf und schützt die Klinge.

Wie bewahre ich japanische Messer auf?

Am besten bewahrst du deine japanischen Messer in einem Messerblock auf. Auf keinen Fall darfst du sie lose in eine Schublade legen. Dabei stoßen die Klingen aneinander und stumpfen ab.

Welche Schleifsteine brauche ich zum Schärfen der Messer?

Damit deine Japan-Messer ihre Schärfe behalten, musst du sie ab und zu an einem Schleifstein schleifen. Diese Steine sind im Fachhandel erhältlich. Beachte, dass es unterschiedliche Körnungen gibt. Am besten kaufst du drei Steine, für jede Körnung einen:

  • Grobe Körnung (80-220): zur Reparatur beschädigter Klingen
  • Standard Körnung (1.000): zum Schären stumpf gewordener Klingen
  • Feine Körnung (3.000-5.000): für sehr scharfe Messer

Was bringt der Kullenschliff?

Als Kullenschliff wird eine besondere Schleifform mit parallel verlaufenden kleinen Mulden in der Klinge bezeichnet. Die Mulden sorgen dafür, dass das Schnittgut nicht an der Klinge kleben bleibt. Den Kullenschliff findest du häufig bei Santokumessern.

Welche Marken sind empfehlenswert?

Die japanische Marke KAI aus Tokio fertigt seit über hundert Jahren hochwertige japanische Messer. Der Vertrieb in Europa erfolgt über den Ableger KAI Europe. Zuletzt hat Starkoch Tim Mälzer für das Unternehmen eine Kochmesserreihe aufgelegt.

Doch auch europäische Unternehmen wie die Gräwe GmbH aus Lüdenscheid und die belgische Firma BergHOFF haben den Trend erkannt und bieten eine Fülle verschiedener Messer in unterschiedlichen Preisklassen an.

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