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Biografien & Erinnerungen
Lebenslänglich Klassenfahrt Bielendorfer, Bastian Piper
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Lebenslänglich Klassenfahrt Bielendorfer, Bastian Piper

Taschenbuch, 336 Seiten, Autor(en): Bielendorfer, Bastian 
 
 Der Spiegel-Bestseller geht weiter. Das Lehrerkind jetzt auf Klassenfahrt. 
 
 Immer, wenn dem kleinen Basti die Riemen seines Wanderrucksacks in die speckigen Ärmchen schneiden,... Mehr Infos anzeigen.
Art.-Nr. BJA6NRFF
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Produktbeschreibung

Taschenbuch, 336 Seiten, Autor(en): Bielendorfer, Bastian 
 
 Der Spiegel-Bestseller geht weiter. Das Lehrerkind jetzt auf Klassenfahrt. 
 
 Immer, wenn dem kleinen Basti die Riemen seines Wanderrucksacks in die speckigen Ärmchen schneiden, wird es lustig - für die anderen. Denn der Spion des Lehrerzimmers ist auch außerhalb des Schulgeländes so beliebt wie ein alter Mettigel. Macht aber nichts, denn nur einer kann so schön allein in Zweierreihen gehen ... 
 
 Inhalt 
 
 Bus Stop Boxer 
 
 A perfect Family 
 Center of Evil 
 Ein monochromes Mädchen 
 
 Der Pädagogiklehrer 
 
 Pediculus humanus capitis 
 
 Der Partykeller 
 
 Klassenfahrten - Die Hierarchie der Hölle 
 
 Abendessen in Absurdistan 
 
 Der Klub der doofen Dichter 
 
 Kermit aus Südost 
 
 Die Transformation 
 
 Ein Klassenfahrtreiseführer 
 
 Der Native Speaker 
 One Night in Pamela 
 Pot save the Queen 
 Familienlotto 
 Calamity Jane 
 Bernie's Bounty 
 Heiße Träume 
 We are Family 
 
 Der Politiklehrer 
 
 Survival-Guide für Klassenfahrten 
 
 Der Erdkundelehrer - Frau Doktor sitzt im Schrank 
 
 Ein Himmelfahrtskommando 
 
 Abschied auf Westfälisch 
 Alp(en)träume 
 Jesus war Tiroler 
 Wehrsportgruppe Schmitz 
 Mettamorphose 
 Der Froschzauber 
 Aufgewacht 
 Nach Hause telefonieren 
 Ein Job für Stronzo 
 
 Der Geschichtslehrer 
 
 Der Passat ist tot 
 
 Ein Klassenfahrtbericht 
 
 Drei schöne Tage in der Ewigen Stadt 
 Oder: Wie wir Rom überlebten, ohne im Knast zu landen 
 
 Eine Welt in Mintgrün 
 
 Richtung Süden 
 Der Liebesbrief 
 Eine Welt in Blutrot 
 Familienkonferenz 
 Ring frei für den Samurai 
 
 Der Deutschlehrer 
 
 Rückkehr in Mütterchens Schoß 
 
 Der Präsident ist gelandet 
 Red Dawn 
 Bis die Troika sie scheidet 
 Brauchtum 
 Ein kleines Fest 
 Hartes Erwachen 
 Eine Bildungsreise endet nie 
 
 Das doppelte Lehrerkind 
 
 Die Abschlussfahrt 
 
 Family Business 
 On the Road again 
 Hotel Dolores 
 Welkom in Amsterdam 
 Graf Koks und Don Bong 
 Minutes to Midnight 
 Loveboat 
 Nightswimming 
 
 Bonustrack 
 
 Oder: Elternsprechtag vor der ganzen Nation 
 
 Dank 
 
 "Bei Autoren wie Bielendorfer und einer Lesung wie dieser, muss der Autor gar nicht aus seinem Buch lesen.", Peiner Allgemeine Zeitung, 18.10.2013 
 
 Bus Stop Boxer 
 Als ich Ashley sah, war ich zum ersten Mal richtig verliebt. Was mir an ihr gefiel, kann ich bis heute nicht sagen, vielleicht war es ihr trauriger Anblick. Sie stand allein unter einem blattlosen Baum in der Schulhofmitte, über ihr glänzten ein paar fette Krähen wie schwarze Lampions in der Sonne. 
 Ashley war ein monochromes Mädchen, ihre Haut war kalkweiß, ihr Haar jedoch war schwarz, ebenso ihre Kleidung, ihre Nägel, ihre Lippen, und selbst ihre nussbraunen Augen wirkten im hellen Gesicht wie schwarze Punkte. Ashley hätte sich bei ihrem Farbgeschmack verlustfrei durch die Welt faxen können, doch sie war auf anderem Wege angereist. 
 Einige Meter hinter dem blattlosen Baum hatte kurz zuvor ein lila Reisebus englische Schüler und Schü lerinnen herausgewürgt: rothaarige Jungen mit Sommersprossen, blonde Mädchen mit Haarbändern und Zahnspangen. Bilaterale Abkommen zwischen Gelsen kirchen und Hastings, einem kleinen Küstenort in Südengland, hatten uns unseren ersten Schüleraustausch beschert, und demzufolge überflutete nun eine Horde englischer Jugendlicher unseren Schulhof wie eine Dose Baked Beans eine Scheibe Frühstücks toast. 
 Auch die späten Neunzigerjahre hielten für Jugendliche einige modische Entgleisungen parat. Die eng lischen Mädchen stapften genau wie die deutschen auf absurden Buffalo-Plateauschuhen durch die Gegend und überragten die Jungen nun nicht mehr nur um einen, sondern gleich um zwei Köpfe. Die Jungen versuchten dem skurrilen Anblick ihres Gegenübers durch Adi das-Sporthosen mit seitlich angebrachten Druckknöpfen und aufgeplusterten Helly-Hansen-Jacken zu mindest in der Breite etwas zu entsprechen. Hätten sie noch Vokuhilafrisuren und Schnurrbärte getragen, wäre die Menschenmenge auf unserem Schulhof auch gut als Razzia im Puff durchgegangen. Wo Anfang der Neunziger noch Grunge und Metal den Trend diktierten, waren in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts Eurodance und Scooter angesagt. Als hätte man all die angenehme Andersartigkeit der ersten Dekade einmal durch den Enddarm von Godzilla geschleust. Farben zum Erblinden, Frisuren zum Verbieten und mittendrin Ashley, ein Schatten auf der Sonne. 
 Ashley war ein Grufti, eine Gothin oder, wie man in Gelsenkirchen sagte, ein Leichenlappen. In ihrem Out fit wirkte sie zwischen ihren Klassenkameraden wie ein Pinguin, der versucht, sich unter Kamelen zu verstecken. Unsere Blicke trafen sich, mein Herz pochte wie eine Handwerkerkolonne mit Schlagbohrern, entweder ich hatte einen Infarkt, oder ich war verliebt. Gothic war eine Subkultur, mit der ich bisher ähnlich häufig in Berührung gekommen war wie mit dem Gefühl von Erfolg. Gruftis und ihre Welt waren mir fremd, eigentlich wie jede Subkultur, bei der es darum ging, sich vom Mainstream abzuspalten, aus der grauen Masse an gesichtslosen Klonschafen hervorzuragen. Ich wäre damals nur zu gerne ein Klonschaf gewesen, der Median, der Durchschnitt, das farblose Mittel aller Nuancen, doch das klappte natürlich nicht. Ich war nicht New Wave, Emo, Punk oder Gothic. Ich war Basti, das Lehrerkind, die kleinste Subkultur der Welt. 
 Ich war fünfzehn und hatte mich mit meinem Schicksal arrangiert, mein Körper war ein Minenfeld der Pubertät, und "Freund" war ein Begriff, den ich im Lexikon nachschlagen musste. Ashley hingegen hatte sich ihre Andersartigkeit selbst ausgesucht, sie hatte ihre Person selbst erschaffen und hatte im Gegensatz zu mir nicht einfach den nächstbesten körperlichen Trümmerhaufen bezogen und abgewohnt. Ich winkte ihr unsicher zu, und unmerklich schien ein Lächeln über ihr Gesicht zu huschen, doch dann verschwand sie hinter einer Wand aus Mensch. 
 "Hey you, Faggot", brummte mich ein Berg aus Fleisch an. Meine Augen wanderten langsam über eine Platte aus Brustmuskeln hinweg zu einem stoppeligen Hals hinauf, an dessen Ende sich statt eines Kopfs ein roter Ziegelstein mit Augen befand. Das war entweder Taylor, mein Austauschschüler, oder sie vermissten i 
 

Artikeldetails

Sprache:

Deutsch

Erscheinungsdatum:

13.05.2013

Autor:

Bielendorfer, Bastian

Verlag:

Piper

Seitenzahl:

336