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Bücher
Biografien & Erinnerungen
Lehrerkind Bielendorfer, Bastian Piper
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Lehrerkind Bielendorfer, Bastian Piper

Taschenbuch, 303 Seiten, Autor(en): Bielendorfer, Bastian 
 
 Was wird aus einem Menschen, wenn Mama und Papa Lehrer an der eigenen Schule sind - und somit an jedem Tag im Jahr Elternsprechtag ist, die Mitschüler einen zum Daueropfer ernenn... Mehr Infos anzeigen.
Art.-Nr. ZRE076C2
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Produktbeschreibung

Taschenbuch, 303 Seiten, Autor(en): Bielendorfer, Bastian 
 
 Was wird aus einem Menschen, wenn Mama und Papa Lehrer an der eigenen Schule sind - und somit an jedem Tag im Jahr Elternsprechtag ist, die Mitschüler einen zum Daueropfer ernennen und es bei den Bundesjugendspielen nicht einmal für eine Teilnehmerurkunde reicht? Genau: Er wird selbst Lehrer! Mit gnadenloser Selbstironie schildert Bastian Bielendorfer, wie er der pädagogischen Sippenhaft zu entrinnen versucht, und verrät dabei, welch zarte Seele sich unter so manchem grob gehäkelten Mathelehrerpullunder verbirgt. 
 
 Inhalt 
 
 Appell zur Erbsensuppe 
 
 Der Spion, der aus dem Lehrerzimmer kam 
 
 Werther im Kreißsaal 
 
 Alternative Erziehungsmethoden 
 
 Die Schultüte 
 
 Der erste Schultag 
 
 Solidarität für Afrika 
 
 Der Mathematiklehrer 
 
 The Drugs Don't Work 
 
 Das Nilpferd kann ja nichts! 
 
 Leben unter dem Rotstift 
 
 Die Spezies Lehrerkind 
 
 It's My Party 
 
 Scrabble 
 
 Das Schulklo 
 
 Mein Vater, Chuck Norris 
 
 Der Rachehoden 
 
 "Der Doof ist dem Genitiv sein Tod" 
 
 Elternsprechtag 
 
 Meine erste Liebe 
 
 Der Sportlehrer 
 
 Die Bundesjugendspiele 
 
 Bundesjugendspiele - Weitsprung 
 
 Die Schmach geht weiter: Schwimmunterricht 
 
 Das Musikfest 
 
 Der Kunstlehrer 
 
 Bildungsreise für Hartgesottene 
 
 Ground Control to Major Thomacz 
 
 Familie auf Russisch 
 
 Wo gesägt wird, da fallen BeineDie Armee der Lazarettschwestern 
 
 Doswidanja, Mütterchen Russland 
 
 Jesus in der Pubertät 
 
 Der Lateinlehrer 
 
 Eine eigene Praxis 
 
 Pilawa sagt, ich soll Putzfrau werden 
 
 Der Tierarzt 
 
 Der Biologielehrer 
 
 School's Out Forever 
 
 A Night to Remember 
 
 Der Zivildienst 
 
 In the Army Now ... 
 
 Hühner, die Verstecken spielen 
 
 Muttermilch für einen Döner 
 
 Lernfähig wie eine Amöbe 
 
 Der Philosophielehrer 
 
 Willkommen in der Kommune 1 
 
 Vom Lehrerkind zum Lehrer 
 
 Die Rückkehr des verlorenen Sohnes 
 
 Home is where the heart is 
 
 Vom Lehrerkind ... zum Lehrerkind 
 
 A wie Anahronismus 
 
 Eine Nacht mit Sören Malte 
 
 Der Anker 
 
 Dank 
 
 "Mit Lacher-Garantie!", bz Wiener Bezirkszeitung, 07.12.2016 
 
 Für meine Großeltern 
 Edmund und Johanna 
 Appell zur Erbsensuppe 
 Ich riss die Tür zu unserem Haus auf, meine Eltern saßen am Küchentisch und löffelten Erbsensuppe. Es herrschte meditatives Schweigen, beide schauten auf ihre Teller, als würde die Mettwurst zu ihnen sprechen. Dazu tickte die Wanduhr ein nüchternes Klacken in die Leere des Raums. Der Einzige, der mich freudig begrüßte, war der Hund, und das war keine sonderlich große Ehre, denn er war dumm wie dreißig Kilo Esspapier und freute sich schon, wenn ein Ast vom Baum fiel. 
 Ich brüllte völlig außer mir: "Eins! Ich habe eine Eins ! " 
 Mein Vater führte eine Ladung Erbsensuppe zum Mund und murmelte ein spektakulär gelangweiltes " Aha ". 
 Normalerweise wäre das schon genug der Ehre gewesen, dass er seine Aufmerksamkeit vom Projekt "Suppe" zu mir hin verlagerte, doch diesmal beugte ich mich seinem Diktat der liebevollen Ignoranz nicht. Ich hatte gerade vor einem Gremium aus bärtigen Biologielehrern mein mündliches Abitur abgelegt, man hatte mich für meine Kenntnisse über arktische Tölpelkolonien mit der Bestnote ausgezeichnet und damit meine bisher eher mittelprächtige Abiturnote deutlich veredelt. 
 "Tölpel sind dickliche, flugfähige Vögel, die sich zu Tausenden zusammenrotten und den ganzen Tag nur fressen, kacken und sich streiten, ganz ähnlich wie die meisten Schüler. " 
 Mit dem Witz hatte ich die Biologielehrer überzeugen können, meine Eltern eher weniger. 
 Meine Mutter hustete ein paar Erbsen über den Teller, ihre schwarze Mireille-Mathieu-Frisur flatterte vor ihr Gesicht und verschob ihre Lesebrille. Oder eher ihre beiden Lesebrillen, denn sie trug zwei billige Gestelle aus dem Supermarkt übereinander, anstatt sich endlich ein anständiges Modell beim Optiker zu kaufen. Der Modestil meiner Mutter war eine seltsame Mischung aus Star Trek und Mittelstandsgeiz. 
 Sie fragte genervt: "Und worum ging s?" 
 Ich erzählte von den Tölpeln und brachte sogar den Spruch, den ich bis zu diesem Moment noch für witzig gehalten hatte. 
 Mein Vater sagte nur nüchtern: "Gut." 
 Ich überlegte, ob meine Eltern sich womöglich ein Gehirn teilten, da meine Mutter wie immer dort begann, wo mein Vater gerade aufgehört hatte. 
 "Gut, na ja, aber du kannst ja nichts dafür, das sind die Gene. " 
 Ich kannte diese Erklärung, immer wenn mir etwas gelungen war, machten meine Eltern die Gene dafür verantwortlich, ein Erklärungsmuster, das jede Eigenleistung im Keim erstickte und in diesem Fall darauf hinauslief, dass eigentlich sie gerade eine "Eins" im mündlichen Abitur gemacht hatten. 
 Ich reagierte etwas angespannt, mein Gesicht verzog sich, als wäre eine Straßenbahn über meinen Fuß gefahren. Ein kleiner, feuchter See aus glibbrigen Tränen legte sich vor meine Sicht. 
 "Ey, das kann doch nicht wahr sein, ich reiß mir da den Arsch auf und das ist der Dank?" 
 Mein Vater schaute von der Erbensuppe auf und konstatierte nüchtern: " Ey ist kein deutsches Wort, so reden wir hier nicht, Bastian. Und mit Fäkalbegriffen wie Arsch musst du gar nicht erst vortreten." 
 Vortreten, dachte ich. "Was ist das hier, mein Appell zur Erbsensuppe? " 
 "Eine derartige Ausdrucksweise liegt sicher nicht in deinen Genen, Bastian", vervollständigte meine Mutter. 
 "Toll, ein Schnellkurs Erblehre, danke Frau Mendel!", brüllte ich den ausdruckslosen Gesichtern meiner Eltern entgegen. Keine Reaktion, das Thema war abgehakt, sie hatten die Situation bewertet, korrigiert und nüchtern beurteilt. So machte man das eben. 
 Mein Vater hatte bereits wieder geistigen Funkkontakt zu der Mettwurst vor ihm aufgenommen, meine Mutter hyperventilierte noch ein wenig wegen meiner Ausdrucksweise. 
 Das Gespräch war beendet, meine Eltern hatten ihren Teil dazu beigetragen, und nur ich würgte noch ein bisschen verzweifelten Kindertrotz über den Küchentisch. Mein Vater vergrub den Kopf in einer rot umrahmten "Spiegel"-Sonderausgabe über den elften September und murmelte lei 
 

Artikeldetails

SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum06.10.2011
AutorBielendorfer, Bastian
VerlagPiper
Auflage26. Aufl.
Seitenzahl303